weiter Richtung Merseburg

weiter Richtung Merseburg

Wir verlassen Kleinliebenau westwärts und betreten beim Unterqueren der Autobahn A9 das Bundesland Sachsen-Anhalt. Zuerst grüßt Horburg mit seiner meist offenen romanischen Kirche, die einst auch Wallfahrtskirche zu einer weinenden Madonna war. Seitlich am Ort führt der Weg weiter, trifft auf eine Kopfsteinpflasterstraße, die nach Dölkau weist. Wir wandern weiter nach Zweimen, biegen im Ort nach rechts ab, dann nach links und gehen über eine kleine Brücke auf einen Wald- und Feldweg (Gose-Wanderweg) weiter. Nach einiger Zeit gelangen wir an einen Tagebausee, wir umgehen die Dörfer Zöschen, Wegwitz und Wallendorf nördlich und biegen erst in Höhe Luppenau vom Schotterweg ab
Rassnitzer See

Rassnitzer See

In Luppenau folgen wir der Dorfstraße, bis die Markierung abrupt nach links weist. Dem verwunschenen Pfad folgen wir bis wir nach einem Kilometer den straßenbegleitenden Radweg erreichen, der uns nach Merseburg unserem heutigen Etappenziel hineinführt. Wir gehen die Straße immer geradeaus weiter, ungeachtet der Hauptstraßenführung, dann kommen so an das Ufer der Saale. Da steht die älteste Kirche der Stadt, die Neumarktkirche St. Thomae, welche heute als Herberge für Pilger dient. Entlang der Saale führen kleine Wege, von denen man die erhabene Silhouette von Dom und Schloss betrachten kann.

Nerseburg: Dom

Nerseburg: Dom

Hinweis(e)

Entlang der historischen Handelsstraße Via Regia führt heute der Ökumenische Pilgerweg und macht eine uralte Ost-West-Verbindung wieder lebendig. Er zählt zu den Europäischen Kulturstraßen, die den Pilger in Richtung Santiago de Compostela leiten und bindet an die polnischen Jakobswege an. Entlang der 466 Kilometer langen Strecke zwischen Görlitz und Vacha besteht ein in Deutschland einmaliges Netz von ehrenamtlichen, christlichen Herbergen. In Tagesstreckenabständen gewähren Kirchgemeinden, Klöster, Begegnungsstätten oder Privatfamilien dem Pilger für eine Nacht Unterkunft, die er mit einer Spende würdigen sollte. Die Herbergen sind einfach eingerichtet, stets aber mit Matratzen, Decken, Toilette, Waschbecken und Bibel ausgestattet.

In einem liebevoll gestalteten Pilgerführer findet der Pilger alle Adressen, ausgezeichnete Karten und viele historische und aktuelle Informationen zu den Orten entlang des Weges. Dem Pilgerführer liegt ein Ausweis bei, der in Santiago zum Nachweis der gegangenen Strecke in Mitteldeutschland anerkannt ist. Darin können die Stempel der Herbergen und Kirchen gesammelt werden.

Siehe auch

Siehe auch: www.oekumenischer-pilgerweg.de