Wieder über die Neckarbrücke geht es aus Oberndorf hinaus; am Haus der Schützengesellschaft links den Hang hinauf, dann rechts über die Boller Halde zum Stadtteil Irslenbach. Auf dem Radwanderweg geht es weiter Richtung Epfendorf; ein Abstecher nach Altoberndorf zur spätromanischen Kirche St. Silvester ist empfehlenswert. Bei der Forellenzuchtanlage wird der Schenkenbach überquert, weiter geht es bergauf und dann rechts auf dem schmalen Fußpfad an der Lichtung entlang. Wieder rechts, auf einem Wirtschaftsweg weiter, vorbei an der Burgruine Schenkenburg, über die Kreisstraße und dann links nach Epfendorf. Der Weg führt im Rechtsbogen oberhalb des Ortes entlang. Die Geschichte Epfendorfs ist mit Hadwig, Herzogin von Schwaben verknüpft; ihre Krone ziert das Ortswappen. Sehenswert ist neben dem Turm der alten Remigiuskirche, dem Wahrzeichen Epfendorfs, die St.-Anna-Kapelle. Bei Epfendorf mündet die Schlichem in den Neckar, ein Abstecher zur Schlichemklamm mit steilen Felswänden und Muschelkalkterrassen ist lohnend (ca. 3 km). Parallel zur B14 geht es hinaus aus Epfendorf, dann rechts, über den Steg und bergan durch den Wald in Richtung Herrenzimmern. Auf der Hochfläche geht es rechts in den Ort hinein. Die Pfarrkirche in Herrenzimmern ist dem heiligen Jakobus geweiht. In der nahegelegenen Burgruine Herrenzimmern lädt in der ehemaligen Burgkapelle ein Jakobusrelief des Rottweiler Künstlers Tobias Kammerer zur Besinnung ein und erinnert an den Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Die Burg Herrenzimmern war Stammsitz der Grafen von Zimmern; hier wurde von Froben Christoph von Zimmern die Zimmerische Chronik verfasst. Er berichtet auch von der Pilgerreise seines Vaters nach Santiago de Compostela im Jahr 1517 und von Untertanen, die auf «Strafwallfahrt» geschickt wurden. Von der Burg aus geht es bergan Richtung Rottweil, bald erreichen wir den Ortsrand von Villingendorf. Hier lädt die gute, regional ausgerichtete Gastronomie zur Einkehr ein. Ansonsten geht es durch den Ort hindurch, über die B14, rechts, dann unter der Autobahn hindurch Richtung Wald und schließlich auf dem Radweg nach Rottweil. Eine Holzbrücke quert die B27, über die Oberndorfer Straße geht es weiter; hinein ins Stadtzentrum. Rottweil gilt als regionales «Jakobus-Zentrum», hier kreuzen sich gleich vier Pilgerwege. Bei archäologischen Grabungen fand man eine Jakobusmuschel, die wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert stammt. Auch im Heilig-Kreuz-Münster finden sich Belege für die Verehrung des heiligen Jakobus (Jakobusaltar; Jakobusdarstellungen). Im Rottweiler Spital (heute Seniorenheim) wurden früher auf Anordnung der Stadt durchreisende Pilger verpflegt.

Die «älteste Stadt Baden-Württembergs» wurde von den Römern gegründet. Im mittelalterlichen Stadtkern hat Rottweil sein historisches Gepräge bewahrt; Bürgerhäuser und Kirchenbauten erinnern an reichsstädtische Zeiten. Als «begehbares Geschichtsbuch» lädt die Stadt mit einer Fülle von Kulturdenkmalen zu kurzweiligen Reisen in die Vergangenheit ein. Neben den Hauptkirchen gehören das Dominikanermuseum und das Stadtmuseum zum Pflichtprogramm. Neben ihrem historischen Ambiente hat die Kulturstadt Rottweil auch moderne Kunst von internationalem Rang zu bieten.

Hinweis(e)

Der Neckar-Baar-Jakobusweg führt von Horb am Neckar südwärts nach Schaffhausen und von dort ins schweizerische Wegnetz. Dieses führt dann weiter über Genf nach Frankreich.