DIe heutige Etappe ist eine anstrengende Etappe, nicht wegen massiven Steigungen, aber wegen der Distanz kurz unter der Marathonstrecke. Die gute Neuigkeit, Marathonläufer schaffen die Strecke in 2-3 Stunden, wir haben einen ganzen Tag Zeit, Beginn schon vor Sonnenaufgang, und Ende hoffentlich vor dem Einnachten. Die schlechte Neuigkeit, Marathonläufer sind Spitzensportler und tragen keine Pilger-Rucksäcke. Zum Schluss nochmals eine gute Neuigkeit, die Strecke kennt praktisch keine Steigungen.

Nach dem Verlassen von Stralsund ist es noch einigermassen lebhaft, doch schon nach kurzer Zeit nehmen der Verkehr und die Überbauungen ab, und die gewohnten grossen Wasserflächen werden ersetzt durch kleinere Waldgebiete und riesige, landwirtschaftliche Anbauflächen. Hier lohnt es sich wirklich, als Landwirt mit grossen Maschinen aufzufahren.

Bis zum Etappenort Rekentin werden wir nur noch wenige grössere Siedlungen antreffen, und auch nur wenige Gesprächspartner finden, dafür aber werden erneut stillgelegte Eisenbahntrassen uns begleiten. Und hier nochmals eine gute Neuigkeit, heute werden wir über lange Strecken ungestört darüber nachdenken können, warum wir hier und heute zu Fuss über diese Flächen pilgern.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.