Villafranca: Aufbruch bei Sonnenaufgang

Villafranca: Aufbruch bei Sonnenaufgang

Die heutige Etappe ist etwas länger als die meisten vorher, aber da die Strecke topfeben ist, kommt man gut voran. Trotzdem lässt sich die Etappe unterbrechen, denn knapp nach der Mitte der Strecke liegt linkerhand die Industriestadt Almendralejo, etwa 3 Kilometer abseits unserer Strecke. Wenn unser Weg also die Strasse Ba-013 kreuzt, dann folgen wir dieser westwärts in die Stadt, und zur Fortsetzung unseres Weges bringt uns die Strasse Ex-105r etwas nördlicher wieder auf den Camino zurück.
Licht und Schatten

Licht und Schatten

Die Wege die wir während dieser Etappe laufen heissen zuerst «Vereda de la Calzada Romana», dann kommen wir auf dem «Camino Del Manantial» und später auf den «Sesmo del Rincón», und ganz zum Schluss auf den «Cordel de la Calzada Romana de Torremegia». «Cordel» ist eine Schnur, und schnurgerade nordwärts ist auch unser Weg heute über eine Strecke von rund 20 Kilometer. Die Piste ist zwar nicht so breit wie auf einem Flugplatz, und auch nicht ganz so eben, dafür aber viel länger.

Trauben für die kommende Saison

Trauben für die kommende Saison

Einige Kilometer südöstlich des Etappenortes Torremejía (gelegentlich auch Torremegia geschrieben) liegt der grosse Stausee «Embalse de Alange». Wir werden ihn selbst zwar nicht sehen, aber seinen Namen werden wir auf einigen Wegweisern antreffen.

Ergänzen wir unser Vokabular heute um einen weiteren Begriff, nämlich «Barros», was so viel wie Lehm bedeutet, aber auch als fruchtbare Erde verstanden wird. Bei trockenem Wetter können wir also die Rebenkulturen rechts und links unseres Weges geniessen, und bei Regenwetter die Eigenschaft von Lehm, an den Schuhen zu kleben.

Wolken und Sonne wechseln sich ab

Wolken und Sonne wechseln sich ab

Hinweis(e)

Die Via de la Plata ist ein historischer Handelsweg, der das heutige Sevilla im Süden mit dem heutigen Astorga im Norden verbindet. Der Weg existierte bereits in vorrömischer Zeit, wurde dann aber durch die Römer verbreitert und gepflästert, und entlang der Strecke wurden Stützpunkte angelegt, der Ursprung einiger heutiger Städte.

Weinberge so weit das Auge reicht

Weinberge so weit das Auge reicht

Zu Beginn des 8. Jh. besetzten Araber (Mauren) grosse Teile der iberischen Halbinsel, und die Strasse wurde erneut auch für militärische Zwecke genutzt. Seit dem Mittelalter ist die Via de la Plata auch ein Pilgerweg geworden für die Christen im Süden Spaniens, die zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela pilgern wollten.