vorbei an Obstplantagen

vorbei an Obstplantagen

Auf der Via de la Plata wandern wir in einer Gegend, die speziell im Sommer arm ist an Niederschlägen. Dies zeigt sich offensichtlich an der Flora, welche im Frühjahr noch grün ist, im Sommer hingegen dürr und gelbbraun. Da die Felder somit wenig Ertrag abwerfen und vom Vieh auch schnell abgeweidet sind, ist eine intensive landwirtschaftliche Nutzung nicht möglich, und auch die Grösse der Viehherden muss dem Ertrag der Weideflächen angepasst werden. Was an Pflanzen grösser werden will muss mit wenig Wasser auskommen, zum Beispiel Olivenbäume und und Korkeichen können unter diesen Verhältnissen gut leben. In der Folge ist die Gegend auch nur sehr dünn besiedelt, ab und zu trifft man vereinzelt auf Landgüter (Cortijo's), und grosse Weideflächen sind meist permanent eingezäunt.
Leuchtzeichen am Wegesrand

Leuchtzeichen am Wegesrand

Viele Pflanzen sind, wie so oft in diesen Gegenden recht stachlig und schützen sich so davor, gefressen zu werden. Eine weitere Eigenschaft in trocken-heissen Gebieten ist es aber auch, dass Pflanzen starke Aromen abgeben, Lavendel ist nur eines der Beispiele dafür. Aber eben, Im Frühling blüht alles und duftet oft paradiesisch, die Pflanzen leben aber damit, im Sommer gnadenlos zu verdürren und zu verbrennen. Wer somit in dieser Gegend wandern will, muss sich speziell im Sommer darauf einrichten, in glühender Hitze längere Strecken wandern zu müssen, ohne seine Wasservorräte unterwegs ergänzen zu können.

Steine und Pfeile weisen nach Santiago

Steine und Pfeile weisen nach Santiago

Die heutige Etappe nordwärts, landeinwärts wird stetig leicht steigen. Kurz nach dem Verlassen von Guillena überqueren wir den Bach Rivera de Huelva, und werden ihn dann mit einigem Abstand zu unserer Linken bergwärts folgen. Später wird er abgelöst durch seinen Zufluss Rivera de Cala, und diesem wiederum folgt später der Arroyo de Las Huertas - wir bekommen ein Gefühl für die Hierarchie der spanischen Namen vom Fliessgewässern - Rio, Rivera, Arroyo.

internationale Quelle

internationale Quelle

Hinweis(e)

Die Via de la Plata ist ein historischer Handelsweg, der das heutige Sevilla im Süden mit dem heutigen Astorga im Norden verbindet. Der Weg existierte bereits in vorrömischer Zeit, wurde dann aber durch die Römer verbreitert und gepflästert, und entlang der Strecke wurden Stützpunkte angelegt, der Ursprung einiger heutiger Städte.

Castilblanco in greifbarer Nähe

Castilblanco in greifbarer Nähe

Zu Beginn des 8. Jh. besetzten Araber (Mauren) grosse Teile der iberischen Halbinsel, und die Strasse wurde erneut auch für militärische Zwecke genutzt. Seit dem Mittelalter ist die Via de la Plata auch ein Pilgerweg geworden für die Christen im Süden Spaniens, die zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela pilgern wollten.