Die asiatischen Reiskulturen, kennen wir von Bildern her. Die dabei getragenen kegelförmigen Strohhüte der Arbeiterinnen und Arbeiter ebenfalls, und diese stehen meist wadentief im Wassser. Aber auch in Europa wird Reis angebaut. Die heutige Etappe führt uns in der Po-Ebene durch ein riesiges Reisanbaugebiet, es heisst «Lomellina» und ist das grösste Reisanbaugebiet Italiens. Das benötigte Wasser liefern die nördlichen Zuflüsse des Po, und in den Feldern treffen wird ständig auf Verteilkanäle. Die für den erfolgreichen Reisanbau benötigte Wärme ist in der Po-Ebene ebenfalls vorhanden.

Der Etappenort Vercelli ist keltischen Ursprungs und gelangte dann 43 v.Chr. unter römische Herrschaft. Heute ist Vercelli die Metropole des italienischen Reisanbaus und auch der grösste europäische Reis-Umschlagsplatz. Die Piazza Cavour bildet das Zentrum der Stadt und wird durch den «Torre del´Angelo» geprägt. Die frühgotische Basilika «di Sant´Andrea» ist sehr sehenswert, besonders beeindruckend ist der gut erhaltene Kreuzgang.

Hinweis(e)

Die «Via Domitia» in Frankreich und der Via Francigena-Zubringer in Italien erfüllen gemeinsam dieselbe Aufgabe: sie verbinden schon seit der Zeit der Römer Arles und Vercelli miteinander, und damit später auch die Pilgerweg-Netze der beiden Länder. Der Pilger-Verkehr bewegt sich bei diesen Wegen also in beiden Richtungen. Beide Wege sind hier ab der Grenze beim Alpenpass Col de Montgenèvre zu ihren Anschluss-Destinationen beschrieben, die Streckenführung ist dabei aber in beiden Richtungen dieselbe. Der Unterschied liegt in den Profilen - die Auf-und Abstiege sind in der Marschrichtung angegeben und sind deshalb nur für die Wanderrichtung anwendbar. Das kann sich auf die Etappeneinteilung auswirken.