Die Via Baltica beginnt in Kretinga, einer der ältesten Städte Litauens. Kretinga wird 1253 erstmals in Dokumenten als Festung erwähnt. Die kirchliche Geschichte beginnt allerdings erst im frühen 17. Jh, als ein litauischer Feldherr hier die erste Holzkirche errichtete und die Zisterzienser nach Kretinga brachte. Diese errichteten dann die «Kirche der Verkündigung der seeligen Jungfrau Maria», bei der wir unsere Pilgerreise beginnen. Das an die Kirche angebaute Zisterzienserkloster steht noch heute, trotz seiner vielseitigen Nutzung. Es wurde im 19. Jh. von den russischen Behörden geschlossen und dann als Gefängnis genutzt. 1912 übernahmen die Franziskaner das Gebäude, benutzten es wieder als Kloster und bauten eine Schule an. Später wurde hier ein Heimatmuseum untergebracht - heute gehört das Gebäude der Gemeinde Kretinga. In Kretinga lohnt es sich auch, die Schlossanlage und die «Grotte von Lourdes» zu besichtigen.

Unsere Startetappe bringt uns in die Hafenstadt Klaipeda, die drittgrösste und älteste Stadt Litauens. Dieser Weg führt uns vorwiegend entlang der Hauptstrasse zwischen den beiden Städten. Litauen war im Verlaufe der Jahre Eigentum vieler Herrscher, wurde 1945, also nach dem zweiten Weltkrieg, von der Sowjetunion annektiert, und Klaipeda wurde danach ein wichtiger Ostseehafen. Seit der Wende im März 1990 gehört Klaipeda zum unabhängig gewordenen Litauen.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.

Siehe auch

«Der Pommersche Jakobsweg Reiseführer»: www.en.re-create.pl