Die heutige Etappe auf der Kurischen Nehrung ist mit knapp 30 Kilometer doch etwas länger als die Etappe vom Vortag. Um nicht unnötig Zeit zu verlieren bleiben wir also auf der Strasse 167. Wir lernen heute die zwei Vegetationen kennen, welche die Kurische Nehrung prägen. Kurz nach dem Start kommen wir in Kieferwälder, welche dem Wanderer Schatten verleihen, und den Sanddünen Halt dank den Wurzeln der Kiefern, und dem Windschutz. Allerdings wurde während dem Siebenjährigen Krieg gesündigt und ganze Waldparzellen wurden für den Schiffsbau gerodet. Die Folge: die Dünen begannen zu wandern und haben schon einige Dörfer einfach zugedeckt. Im letzten Teil der Etappe werden wir über solch kahle Hügel wandern.

Erst kurz vor Nida verlassen wir die Strasse 167 und wandern teilweise auf einem Fussweg, denn auch Nida liegt am Kurischen Haff, während die Strasse auf dieser Etappe meist nahe dem Ostsee-Ufer verläuft. Es ist die letzte Etappe in Litauen, denn kurz hinter Nida treffen wir während der Folgeetappe auf die Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.

Auch der Etappenort Nida geht auf Ritter des Deutschen Ordens zurück, und auch Nida war lange ein Fischerdorf, das erst im 20. Jh. mit dem Badetourismus seinen Aufschwung begann. Heute zählt Nida zu den bekanntesten und schönsten Kurorten in Litauen.

Auch einige bekannte Expressionisten und Schriftsteller (z.B. Thomas Mann) hatten in Nida ihre Zelte aufgeschlagen, was den Bekanntheitsgrad noch förderte.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.

Siehe auch

«Der Pommersche Jakobsweg Reiseführer»: www.en.re-create.pl