Keine Überraschung, die heutige Etappe führt weiter südwärts auf der Kurischen Nehrung. Allerdings, etwa 5 Kilometer nach dem Start kommen wir an die Grenze von Litauen und Russland, die Strasse heisst von da an P515, und die Beschriftungen benutzen jetzt meist das kyrillische Alphabet. Die Stadt Kaliningrad (einst Königsberg) und die gleichnamige Region gehörte als Folge des 2. Weltkrieges seit 1946 zur UdSSR, und nach deren Auflösung seit 1991 zu Russland, wurde dabei aber zu einer Exklave zwischen Litauen und Polen.

Auf unserer Wanderung lohnt es sich, nicht sofort die Hauptstarsse zu nehmen, sondern den hier erfassten Weg dem Hafen und dann der Küste entlang zu nehmen, der uns mit den Dünen von Parnidos vertraut macht. Diese Düne ist von der Ostsee bis zum Kurischen Haff etwa 7 Kilometer lang, und hat gegenwärtig beim Kulminationspunkt eine Höhe von gut 50 Meter über Meer. Diese Düne ist ein idealer Aussichtspunkt über Nida, seine Umgebung und das Kurische Haff. Wir verlassen die Anhöhe Richtung Ostsee und kommen dabei auf die Strasse P515 und auf dieser bald an die Russische Grenze - hoffentlich habe wir alle die benötigten Dokumente für den Grenzübertritt bei uns, insbesondere ein noch gültiges Visum ausgestellt durch die russische Botschaft des jeweiligen Heimatlandes.

Die Strasse verläuft jetzt meist durch dichte Wälder in der Nähe der Ostsee. Als Abwechslung können wir im zweiten Teil der Etappe Morskoye am Kurischen Haff besuchen oder aber auch auf der Hauptstrasse zum Etapppenort weiterwandern.

Rybachiy (einst Rossitten) als kleines Fischerdorf wurde 1901 bekannt, als die Deutsche Gesellschaft für Ornithologie dort weltweit das erste Vogel-Beobachtungs-Zentrum eröffnete. Mit der Übernahme des Gebietes durch die damalige Sowjetunion wurde dann der Betrieb eingestellt. Die rote Backsteinkirche aus dem Jahr 1873 wurde nach dem Krieg als Lager benutzt, dann neu aufgebaut und ist jetzt Eigentum der Orthodoxen Kirche.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.

Siehe auch

«Der Pommersche Jakobsweg Reiseführer»: www.en.re-create.pl