Die heutige Etappe ist landschaftlich und auch kulturell sehr ansprechend. Zum landschaftlichen Teil: der Fluss Radunia mit seinen Schluchten sowie Wälder, Moränenhügel und viele Seen (Kaschubische Seenplatte) stammen aus der Eiszeit und haben der Region «Kaschubei» auch den Beinamen «Kaschubische Schweiz» verliehen.

Kulturell wird die Kaschubei auch als «das Herzen Pommerns» bezeichnet, denn die Einwohner hier haben über die Jahrhunderte ihre eigenen Traditionen und auch die kaschubische Sprache beibehalten, und dies trotz der vielen Besetzungen durch fremde Mächte im Verlaufe der Zeit.

Kartuzi (deutsch: Karthaus) ist auch eng mit der Geschichte des Kartäuserordens verbunden. der aus Tschechien von einem kaschubischen Adligen herbeigeholt worden ist. Gegen Ende des 14. Jh. wurde ein Kloster errichtet, um das herum sich schrittweise ein Dorf entwickelte. Dank der hohen Akzeptanz der Kartäuser in der Umgebung entwickelte sich das Dorf zu einem regionalen Zentrum.

Das Kollegialstift «Maria Himmelfahrt» sowie die Klosterkirche sind erhalten geblieben. Das Motto der Kartäuser «memento mori» (denke daran dass du sterben wirst) spiegelt sich auch im Barockdach der Kirche wieder, das an einen Sargdeckel erinnert.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.

Siehe auch

«Der Pommersche Jakobsweg Reiseführer»: www.en.re-create.pl