Um die Attraktivität dieser Etappe zu verstehen muss man ein paar Dinge über die Mennoniten wissen: Mennoniten waren eine Glaubensgemeinschaft, die im 16. Jh. gegründet wurden und sowohl Militärdienst als auch die Übernahme ziviler Ämter verweigerten. Konsequenterweise anerkannten sie auch zivile und kirchliche Autoritäten nicht, was sie an den Rand der Gesellschaft stellte - umso mehr wurden sie eine verschworene Gemeinschaft. Da sie in ihrer niederländischen Heimat deswegen verfolgt wurden, emigrierten viele Mennoniten ins Ausland, zum Beispiel ins Gebiet der Weichsel-Mündung, wo ihre Kenntnisse für die Trockenlegung von Sumpfgebieten geschätzt wurde, denn trockengelegte Sumpfgebiete werden fruchtbares Ackerland.

Die Gegend die wir heute durchwandern wurde ein Stammgebiet der Mennoniten und viele Ortschaften zeigen heute noch Spuren der damaligen, holländischen Siedler, so zum Beispiel die vorwiegend gotischen Kirchen, die oft auch den Jakobusnamen tragen - ein besonders schönes Exemplar steht in Tuja. Auch am Etappenort Niedzwiedzica steht eine sehenswerte Jakobuskirche - dort endet auch unsere Etappe.

Hinweis(e)

Der Pilgerweg entlang dem Südufer der Ostsee hat verschiedene Namen, in Deutschland zum Beispiel auch «Baltisch-Westfälischer Jakobsweg». Von Polen aus ostwärts ist die Bezeichnung «Pommerscher Jakobsweg» geläufig. Wir bleiben in dieser Dokumentation beim länderübergreifenden Namen «Via Baltica», einerseits wegen der Kürze des Namens, und dann auch weil ihn Pilger nach Rom oder gar nach Jerusalem ebenfalls benutzen können.

Siehe auch

«Der Pommersche Jakobsweg Reiseführer»: www.en.re-create.pl