Kloster Santo Toribio

Kloster Santo Toribio

Die Etappe ist ziemlich kurz. Aber es gibt interessante Sehenswürdigkeiten. Wir erreichen bald Potes mit einer verwinkelten Altstadt und auf der anderen Flussseite erhebt sich der mittelalterliche Wehrturm Torre del Infantado aus dem 15. Jahrhundert; heute finden wir hier das Rathaus. Es gibt reichlich günstige Unterkünfte.

Wir verlassen Potes auf der CA 185 Richtung Fuente Dé um wenig später auf die CA 885 einzubiegen die durch die Streusiedlung Mieses Richtung Santo Toribio ansteigt.

Potes mit Kirche San Vicente

Potes mit Kirche San Vicente

Ziel ist das Monasterio de Santo Toribio de Liébana. Das Kloster wurde im 7. Jahrhundert gegründet, das Bauwerk im Zisterzienserstiel stammt aber aus dem 13. Jahrhundert. Im Innern des Klosters befindet sich die Grabfigur des Heiligen Toribius und in einer barocken Seitenkapelle befindet sich der Klosterschatz. Hier wird auch der angeblich größte Rest des Kreuzes Christi, das im 5 Jahrhundert von Toribius, der Bischof von Astorga, aus dem Heiligen Land mitgebracht wurde. Unter einem Baldachin befindet sich ein großes goldenes Kreuz, das die Reliquie beinhaltet. Damit wurde dieses Klostert zu einem der wenigen Orte der Christenheit mit dem Lignum Crucis.

am Bach in Potes verweilen

am Bach in Potes verweilen

Außerdem wurde hier im Kloster von dem Mönch Beatus Apokalypsekommentar erstellt, deren Illustrationen zu den schönsten der frühen Christenheit gehören.

Pilgersegnung mit Lignum Crucis täglich ebenso hl. Messen. Unterhalb des Klosters befindet sich eine Herberge mit 36 Betten, vollausgestatteter Küche und Terrasse. Das Steinhaus befindet sich im Klostergarten. Vom Kloster aus geht es über einen kleinen Weg zur Kapelle San Miguel. Hier genießen wir den schönen Ausblick. Vor der Kapelle beginnt der kleine Rundweg PR-S-7/8, der über Congarna zur CA 185 führt. Wenn wir in Baró übernachten wollen gehen wir die CA 185 weiter.

Wegweisender Pilger

Wegweisender Pilger

Andernfalls verlassen wir in Beares die CA 185 und gehen mehr oder weniger breite Wege zum Dorf San Pelayo. Über einen Zufluß des Deva kommen wir nach Baró. In der touristischen Herberge gibt es 46 Liegen in 9 Zimmern, Speisesaal und Schwimmbad. In der Hochsaison kann die Herberg vollständig mit Jugendgruppen belegt sein.

Hinweis(e)

Das Kreuz mit der eingearbeiteten Kreuzreliquie

Das Kreuz mit der eingearbeiteten Kreuzreliquie

Der Camino del Norte (auch Küstenweg genannt) führt uns von der französisch/spanischen Grenze am Golf von Biskaya aus weitgehend der spanischen Nordküste entlang westwärts, um dann erst wenige Etappen vor Santiago landeinwärts die kantabrische Küste und somit den Atlantik zu verlassen. Dieser knapp 900 km lange Pilgerweg ist historisch gesehen älter als der heutige Camino Francès, da im Mittelalter der muslimische Einflussbereich noch weit in den Norden Spaniens reichte. Erst das Heer der Asturier unter dem Feldherrn Pelayo besiegte im 7. Jh die Mauren zum ersten Mal und drängte sie in den Süden zurück. Der Camino del Norte erlebt neuerdings aber wieder eine Renaissance, da viele Pilger dem Massentourismus auf dem Camino Francès ausweichen möchten.

Der Aufbewahrungsort des Kreuzes

Der Aufbewahrungsort des Kreuzes

Diese alternative Streckenführung von San Vicente de la Barquera bis Villaviciosa, wird bis zum Kloster Torribio «Camino de Santo Toribio» genannt, und danach als «Reconquista» (Fluchtweg der Mauren), die uns durch das gebirgige Hinterland führt. Höhepunkte dieser Alternative sind nebst dem gleichnamigen Kloster die beeindruckenden «Picos de Europa» im gleichnamigen Nationalpark, wo wir einige Tage wandern werden. Historisch interessant sind auch die Stätten, wo die Rückeroberung des von den Mauren besetzten Spaniens im 7. Jh. ihren Anfang nahm.