Kirche von Quintanilla

Kirche von Quintanilla

Der Weg von Cades bis Tama führt über eine Bergkette, die im Abstieg zum Río Deba ziemlich steil ist. Wir haben deshalb 3 Wege herausgesucht, wovon 2 den Ort Cicera als Etappenort benutzen, während der hier bechriebene Weg Cicera weiträumig umrundet. Diese Strecke ist bei trockenem Wetter und klarer Sicht ein Leckerbissen für gut trainierte Pilger die sich auch konditionell anspruchsvolle Touren im Gebirge gewohnt sind.
Iglesia Románica vor Lafuente

Iglesia Románica vor Lafuente

Diese Streckenalternative verläuft bis Lafuente gleich wie die beiden anderen Streckenvorschläge, dann aber verlassen wir die Strasse und weitgehend auch die Zivilisation und wandern über Weiden und Gebirgspfade bis zum Pass Collado de Pasaneu. Hier oben gibt es einen Felsenkessel «Braña de los Tejos» von etwa 50 Meter Durchmesser, der von gewaltigen und uralten Eiben (Taxus baccata, spanisch tejos) umgeben ist. Dieser magische Ort wurde vor der Romanisierung der Iberischen Halbinsel von den Ureinwohnern Kantabriens als spirituelle Verbindung zur Göttlichkeit verehrt und wird darum - sicher weit übertrieben - als kantabrisches «Stonehenge» oder gar als «Machu Picchu» bezeichnet.

Iglesia Románica vor Lafuente

Iglesia Románica vor Lafuente

Von hier aus werden wir dann steil hinunter nach Lebeña absteigen und dort wieder auf die beiden anderen Wegvarianten treffen. Als Etappenort schlagen wir Tama vor, aber Romantiker können auch im Vorraum der Kirche von Lebeña oder auf dem Campingplatz übernachten. Wir haben eine sehr schöne aber auch kräfteraubende Etappe hinter uns, und gegenüber den anderen beiden Routen haben wir auch einen Tag gewonnen.

jetzt beginnt der Aufstieg - stundenlang

jetzt beginnt der Aufstieg - stundenlang

Hinweis(e)

Der Camino del Norte (auch Küstenweg genannt) führt uns von der französisch/spanischen Grenze am Golf von Biskaya aus weitgehend der spanischen Nordküste entlang westwärts, um dann erst wenige Etappen vor Santiago landeinwärts die kantabrische Küste und somit den Atlantik zu verlassen. Dieser knapp 900 km lange Pilgerweg ist historisch gesehen älter als der heutige Camino Francès, da im Mittelalter der muslimische Einflussbereich noch weit in den Norden Spaniens reichte. Erst das Heer der Asturier unter dem Feldherrn Pelayo besiegte im 7. Jh die Mauren zum ersten Mal und drängte sie in den Süden zurück. Der Camino del Norte erlebt neuerdings aber wieder eine Renaissance, da viele Pilger dem Massentourismus auf dem Camino Francès ausweichen möchten.

Aufmunterung am Wegrand

Aufmunterung am Wegrand

Diese alternative Streckenführung von San Vicente de la Barquera bis Villaviciosa, wird bis zum Kloster Torribio «Camino de Santo Toribio» genannt, und danach als «Reconquista» (Fluchtweg der Mauren), die uns durch das gebirgige Hinterland führt. Höhepunkte dieser Alternative sind nebst dem gleichnamigen Kloster die beeindruckenden «Picos de Europa» im gleichnamigen Nationalpark, wo wir einige Tage wandern werden. Historisch interessant sind auch die Stätten, wo die Rückeroberung des von den Mauren besetzten Spaniens im 7. Jh. ihren Anfang nahm.